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DER NAMENSGEBER DER SCHULE: GOTTHOLD EPHRAIM LESSING

Gotthold Ephraim LessingGotthold Ephraim Lessing (geb. 22.1.1729, gest. 15.2.1781) ist einer der herausragenden deutschen Schriftsteller der Aufklärung. Lessing stammte aus einem protestantischen Pfarrhaus in Kamenz (Oberlausitz). Er studierte zunächst in Leipzig Theologie, Philologie und Philosophie (1746 bis 1748). Hier trat er mit einer Schauspielgruppe in Verbindung, die seine ersten in dieser Zeit entstandenen Stücke aufführten (vgl. Der junge Gelehrte, 1748; Die alte Jungfer, 1748). Von finanziellen Nöten geplagt, ging Lessing 1748 nach Wittenberg, wo er sein Studium 1752 beendete, dann nach Berlin. Er arbeitete einige Jahre als Kritiker, Übersetzer und Redakteur. Da die Tätigkeit als freier Schriftsteller zwar geistige Freiheit garantierte, aber große materielle Schwierigkeiten mit sich brachte, nahm Lessing 1760 eine gut bezahlte Stelle als Sekretär in Breslau an. 1767 wurde er für zwei Jahre Dramaturg und Kritiker am Hamburger Nationaltheater. Seit 1770 arbeitete er als Bibliothekar des Herzogs von Braunschweig und Wolfenbüttel.
Lessing ist in der Literaturgeschichte als Begründer des deutschen Nationaltheaters und des bürgerlichen Trauerspiels eingegangen. Zeit seines Lebens setzte er sich konsequent für eine Reform des Theaters ein. Lessing ging es darum, ein Theater für die ganze Nation, nicht für eine privilegierte adlige Minderheit zu schaffen, wobei vor allem aktuelle Probleme, bürgerliche Konflikte im Mittelpunkt stehen sollten und mit der starren Form und der gehobenen Ausdrucksweise des Klassizismus gebrochen werden sollte. Lessing, der die von Johann Christoph Gottsched begonnene Theaterreform entschieden weiterführte, knüpfte dabei vor allem an das antike Theater, insbesondere die Ideen des Aristoteles, an. Darüber hinaus wird aber auch der Einfluss von William Shakespeare spürbar.
Lessing hat seine theoretischen und philosophischen Überlegungen in den Schriften Laokoon oder Über die Grenzen der Malerei und Poesie (1766), Briefe, die neueste Literatur betreffend (1759/65), Hamburgische Dramaturgie (1767/69) und Die Erziehung des Menschengeschlechtes (1780) niedergelegt.
Obwohl die Idee eines Nationaltheaters seinerzeit aufgrund finanzieller Probleme nicht verwirklicht werden konnte, hat Lessing mit seinen Werken Miss Sara Sampson (1755), Minna von Barnhelm (1767), Emilia Galotti (1772) und Nathan der Weise (1779) einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung des bürgerlichen Trauerspiels geleistet. Die Grundgedanken dieser Werke bildet - ganz im Sinne der Aufklärung - die Erziehung zur Mündigkeit, zur Toleranz und zum kritischen Bewusstsein.